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Thema des Monats:
Wenn die Augen trocken sind ist dies kein Grund zum Weinen!
Unsere Augen sind kleine Wunderwerke. Sie schenken uns die schönsten Momente des Lebens: das Lächeln eines geliebten Menschen, einen Sonnenuntergang, ein gutes Buch oder den Blick in die Natur. Umso belastender ist es, wenn jeder Lidschlag unangenehm wird, die Augen brennen oder sich anfühlen, als wäre ein Sandkorn hineingeraten. Trockene Augen sind weit verbreitet und können den Alltag erheblich beeinträchtigen. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Pflege, kleinen Veränderungen im Alltag und einer gezielten Behandlung lässt sich häufig viel erreichen.
Gerötete Augen, ein unangenehmes Fremdkörpergefühl, Jucken, Brennen oder müde, schwere Lider: Hinter solchen Beschwerden kann ein sogenanntes trockenes Auge stecken. Fachleute sprechen auch vom Sicca-Syndrom oder von Dry Eye Disease. Paradoxerweise können die Augen dabei sogar stark tränen. Das liegt daran, dass die Augenoberfläche gereizt ist und reflexartig zusätzliche, oft wenig stabilisierende Tränenflüssigkeit produziert.
Trockene Augen sind also nicht nur ein Zeichen dafür, dass zu wenig Tränen vorhanden sind. Entscheidend ist vielmehr, ob der Tränenfilm seine wichtige Schutzfunktion erfüllen kann.
Warum unsere Tränen viel mehr sind als Wasser
Jeder Lidschlag verteilt einen hauchdünnen Tränenfilm über die Augenoberfläche. Er hält Hornhaut und Bindehaut feucht, versorgt die Oberfläche, schützt vor äußeren Einflüssen und sorgt dafür, dass wir scharf sehen können. Dieser Film besteht aus verschiedenen Bestandteilen, die miteinander zusammenarbeiten müssen.
Ein wichtiger Faktor ist die Fettschicht, die von winzigen Talgdrüsen am Lidrand, den sogenannten Meibom-Drüsen, gebildet wird. Sie bremst die Verdunstung der Tränenflüssigkeit. Funktionieren diese Drüsen nicht richtig oder sind sie verstopft, verdunstet der Tränenfilm zu schnell. In anderen Fällen produzieren die Tränendrüsen zu wenig Flüssigkeit. Auch Entzündungen und Veränderungen der Augenoberfläche können eine Rolle spielen.
Die moderne Augenheilkunde betrachtet das trockene Auge deshalb als komplexe Erkrankung der Augenoberfläche, bei der Tränenfilmstörungen und Entzündungsprozesse zusammenwirken können. Die internationale Fachinitiative TFOS hat ihre Empfehlungen zur Behandlung 2025 aktualisiert. Im Mittelpunkt stehen eine möglichst ursachengerechte Therapie, die Stabilisierung des Tränenfilms und die konsequente Pflege der Augenoberfläche.

Trockene Augen können in jedem Lebensalter auftreten. Bestimmte Faktoren erhöhen jedoch das Risiko:
- Bildschirmarbeit und Smartphone: Beim konzentrierten Blick auf Displays blinzeln wir häufig seltener oder unvollständig. Der Tränenfilm wird dadurch weniger regelmäßig erneuert.
- Heizung, Klimaanlage und Zugluft: Trockene Raumluft, Ventilatoren und der direkte Luftstrom im Auto oder Flugzeug fördern die Verdunstung.
- Höheres Lebensalter und hormonelle Veränderungen: Die Zusammensetzung des Tränenfilms und die Tränenproduktion können sich im Laufe des Lebens verändern.
- Kontaktlinsen: Sie können die Augenoberfläche zusätzlich beanspruchen, insbesondere bei langen Tragezeiten.
- Medikamente: Unter anderem bestimmte Allergiemittel, Antidepressiva und weitere Arzneimittel können die Tränenproduktion beeinflussen.
- Erkrankungen: Beispielsweise Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, entzündlich-rheumatische Erkrankungen oder Rosazea können mit trockenen Augen einhergehen.
- Kosmetik und Umweltreize: Rauch, Staub, reizende Dämpfe sowie manche Augen-Make-ups und Wimpernprodukte können Beschwerden begünstigen.
Auch nach Augenoperationen oder bei chronischen Lidrandentzündungen können trockene Augen auftreten. Wer regelmäßig Beschwerden hat, sollte deshalb nicht nur die Symptome behandeln, sondern auch mögliche Ursachen abklären lassen. Verordnete Medikamente dürfen dabei nicht eigenmächtig abgesetzt werden.
Sind die Meibom-Drüsen verstopft, können angenehm warme, nicht heiße Kompressen helfen. Legen Sie sie für einige Minuten auf die geschlossenen Augen und verwenden Sie dafür ein sauberes Tuch. Spezielle Wärme-Augenmasken können ebenfalls geeignet sein. Bei anhaltenden Beschwerden empfiehlt sich eine professionelle Anleitung zur Lidrandpflege.
Doch welche Augentropfen sind nun die Richtigen? Nicht jedes trockene Auge braucht dieselbe Behandlung. Die Auswahl des passenden Tränenersatzmittels ist ein wichtiger Schritt, denn unterschiedliche Präparate erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Hier sind wir in der Apotheke vor Ort der richtige Ansprechpartner und finden für Sie die richtige Empfehlung. Hyaluronsäure kann Wasser binden und die Augenoberfläche benetzen. Solche Tropfen sind häufig bei leichten bis mittelschweren Beschwerden eine gute Option. Die Konzentration und die übrige Zusammensetzung beeinflussen die Verträglichkeit. Fehlt zusätzlich die schützende Fettschicht des Tränenfilms, können lipid-haltige Präparate sinnvoll sein. Sie kommen insbesondere bei einer Funktionsstörung der Meibom-Drüsen infrage. Bei stärkeren Beschwerden oder über Nacht können dickflüssigere Präparate beispielsweise Gele länger auf der Augenoberfläche bleiben. Sie können die Sicht vorübergehend verschwimmen lassen und eignen sich deshalb häufig eher für die Anwendung am Abend. Wer mehrmals täglich tropfen muss oder empfindliche Augen hat, profitiert häufig von konservierungsmittelfreien Produkten. Sie sind als Einzeldosen oder in speziellen Mehrdosenbehältnissen erhältlich.
Wann sollte man zum Augenarzt?
Trockene Augen lassen sich häufig gut lindern. Trotzdem sollten die Beschwerden nicht dauerhaft ignoriert werden. Eine augenärztliche Untersuchung ist besonders wichtig, wenn die Symptome anhalten, sich verschlimmern oder trotz geeigneter Pflege nicht besser werden.
Bei plötzlich auftretenden starken Augenschmerzen, deutlicher Sehverschlechterung, ausgeprägter Rötung oder starker Lichtempfindlichkeit ist eine dringende augenärztliche Abklärung erforderlich. Das gilt insbesondere bei Kontaktlinsenträgern. Bei plötzlichem Sehverlust oder schweren akuten Beschwerden sollte sofort medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden. Auch wiederkehrende trockene Augen zusammen mit einem ausgeprägt trockenen Mund oder Gelenkbeschwerden sollten ärztlich angesprochen werden. Dahinter kann sich eine Erkrankung verbergen, die über das Auge hinaus behandelt werden muss.
Ihre Apotheke vor Ort: persönliche Beratung für gesunde Augen
Trockene Augen können uns die Freude am Lesen, Arbeiten, Autofahren oder an einem Spaziergang im Freien nehmen. Doch niemand muss sich mit ständigem Brennen und unangenehmem Reiben einfach abfinden.
Ihre Apotheke vor Ort unterstützt Sie dabei, ein geeignetes Tränenersatzmittel zu finden, die Unterschiede zwischen Tropfen, Gelen und Salben zu verstehen und auf eine verträgliche Anwendung zu achten. Auch mögliche Wechselwirkungen mit Kontaktlinsen und die Frage, ob Medikamente trockene Augen begünstigen können, lassen sich im Beratungsgespräch thematisieren.
Schenken Sie Ihren Augen die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Denn gutes Sehen bedeutet Lebensqualität – und manchmal helfen schon kleine Veränderungen, damit sich die Augen wieder wohler fühlen.
Ihr Christof Mühlschlegel mit Team.

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