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Thema des Monats:
Gut geschützt durch Herbst und Winter: Vorsorge beginnt mit einem Blick in den Impfpass
Impfungen sind eine der großen Erfolgsgeschichten der modernen Medizin. Krankheiten, die noch vor wenigen Generationen gefürchtet waren und jedes Jahr zahlreiche Menschenleben forderten, können heute durch Impfungen verhindert oder in ihrer Schwere deutlich reduziert werden. Weltweit retten Impfungen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation jedes Jahr Millionen Menschenleben. Gleichzeitig schützt eine hohe Impfquote nicht nur den Einzelnen, sondern auch Menschen, die selbst nicht oder noch nicht ausreichend geimpft werden können.
Gerade im Herbst lohnt sich deshalb ein Blick in den Impfpass. Denn mit sinkenden Temperaturen beginnt nicht nur die Erkältungssaison: Auch Influenza, COVID-19 und andere Atemwegsinfektionen haben wieder Hochsaison. Für bestimmte Alters- und Risikogruppen können Impfungen einen wichtigen Beitrag leisten, schwere Krankheitsverläufe zu verhindern.
Die Apotheke vor Ort ist dabei seit 2022 eine wichtige Anlaufstelle: Qualifizierte Apotheker und PTAs überprüfen den Impfstatus, machen auf Impflücken aufmerksam und erklären Ihnen welche Impfungen entsprechend der persönlichen Situation sinnvoll sind. Insbesondere die Grippeimpfung für Erwachsene und die COVID-19-Impfung ab 12 Jahren können, neben den Arztpraxen, direkt in den Apotheken geimpft werden.
Grippe und Covid: Der Herbst ist der richtige Zeitpunkt. Fieber, Schüttelfrost, starke Kopf- und Gliederschmerzen und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl – eine echte Influenza kann den Körper erheblich belasten und ist keineswegs mit einer harmlosen Erkältung gleichzusetzen. Die jährliche Grippeimpfung wird insbesondere Menschen empfohlen, bei denen das Risiko für schwere Krankheitsverläufe erhöht ist. Dazu gehören unter anderem:
- Menschen ab 60 Jahren
- Schwangere
- Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen
- Personen mit geschwächtem Immunsystem
- Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen
- medizinisches Personal und weitere Personen mit erhöhtem beruflichem Infektionsrisiko
Für Menschen ab 60 Jahren empfiehlt die STIKO für die Saison 2026/2027 bevorzugt einen wirkungsverstärkten Influenza-Impfstoff – entweder einen Hochdosis-Impfstoff oder einen adjuvantierten Impfstoff.
Der optimale Zeitpunkt liegt meist im Oktober oder November. Der vollständige Impfschutz baut sich erst nach ungefähr zwei Wochen auf. Eine Impfung kann aber auch später in der Saison noch sinnvoll sein.
Auch COVID-19 ist nicht verschwunden. Die STIKO empfiehlt insbesondere für Menschen mit erhöhtem Risiko einen saisonalen Impfschutz. Dazu gehören beispielsweise ältere Menschen und Personen mit bestimmten Grunderkrankungen oder einer Immunschwäche. Wer zur Risikogruppe gehört oder unsicher ist, ob eine Auffrischimpfung erforderlich ist, sollte den individuellen Impfstatus mit der Arztpraxis oder der Apotheke besprechen.

Pneumokokken: Schutz vor gefährlichen Lungenentzündungen
Pneumokokken können unter anderem schwere Lungenentzündungen, Blutvergiftungen oder Hirnhautentzündungen verursachen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen. Die Pneumokokken-Impfung gehört deshalb zu den wichtigen Schutzimpfungen für Erwachsene und bestimmte Risikogruppen. Auch bei Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Risikofaktoren hat die STIKO ihre Empfehlungen zuletzt aktualisiert. Gerade für Menschen ab 60 Jahren ist der Herbst eine gute Gelegenheit, gemeinsam mit dem Impfpass auch den Pneumokokken-Schutz zu überprüfen.
RSV: Für Ältere und Säuglinge besonders relevant. Das Respiratorische Synzytial-Virus – kurz RSV – kann insbesondere bei Säuglingen und älteren Menschen schwere Atemwegserkrankungen verursachen. Die STIKO empfiehlt eine einmalige RSV-Impfung inzwischen als Standardimpfung für alle Menschen ab 75 Jahren. Für Menschen zwischen 60 und 74 Jahren kommt die Impfung bei bestimmten schweren Grunderkrankungen bzw. besonderen Risiken infrage. Bei Säuglingen gibt es zudem eine spezielle RSV-Prophylaxe mit dem Antikörper Nirsevimab. Sie ist keine klassische Impfung, kann aber ebenfalls einen wichtigen Schutz vor schweren RSV-Erkrankungen bieten.
Beim Impfcheck sollte nicht nur auf die saisonalen Impfungen geschaut werden. Auch Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Poliomyelitis (Kinderlähmung) gehören zu den Impfungen, bei denen Auffrischungen bzw. das Nachholen fehlender Impfungen wichtig sein können.
Oktober: Welt-Polio-Tag erinnert an den Wert von Impfungen
Ein besonderer Anlass, über den Wert von Impfungen nachzudenken, ist der Welt-Polio-Tag am 24. Oktober. Poliomyelitis – besser bekannt als Kinderlähmung – ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die bleibende Lähmungen verursachen kann. Dank jahrzehntelanger Impfprogramme wurde die Zahl der Polio-Erkrankungen weltweit um mehr als 99 Prozent reduziert. Die WHO-Region Europa gilt seit 2002 als poliofrei. Doch der Erfolg ist nicht selbstverständlich: Solange Polioviren irgendwo auf der Welt zirkulieren, besteht grundsätzlich die Gefahr einer Wiedereinschleppung. Der Welt-Polio-Tag macht deshalb deutlich: Impfschutz funktioniert nur, wenn er konsequent aufrechterhalten wird.
Eine Impfung ist kein hundertprozentiger Schutz davor, überhaupt zu erkranken. Sie kann aber das Risiko einer Infektion und vor allem schwerer Krankheitsverläufe deutlich reduzieren. Und sie ist mehr als persönlicher Eigenschutz: Wer sich impfen lässt, trägt auch dazu bei, Menschen in seinem Umfeld zu schützen.
Deshalb gilt für den Herbst: Impfpass herausholen, Schutz überprüfen lassen und fehlende Impfungen rechtzeitig nachholen.
Kommen Sie bei Fragen rund ums Thema Impfungen in die Apotheke vor Ort als kompetente und niedrigschwellige Anlaufstelle. Denn Vorsorge beginnt oft mit einem kleinen Schritt: dem Blick in den Impfpass.
Ihr Christof Mühlschlegel mit Team.

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